Bertram Koch
Unternehmensberater
Business Coach
Personal Coach
Business Trainer

Schatzen

Agile Methode: Schätzen im agilen Umfeld

Im klassischen Projektmanagement ist das Schätzen für die Projektplanung von Bedeutung. Von vielen Menschen, die in Projekten arbeiten, wird das Schätzen von Dauer, Arbeitsstunden und Kosten als der aufwendigste und unangenehmste Teil des Planungsprozesses empfunden. 

Da die Planung in agilen Methoden scheinbar keine so große Rolle spielt, entsteht hier schnell die Erwartung, "nicht mehr schätzen" zum müssen. Diese Hoffnung deckt sich aber nicht mit der Realität. Auch hier müssen die Beteiligten und insbesondere die Menschen, die die Leistungen entwickeln, ständig schätzen.

Exaktheit vor Genauigkeit

Die wichtigste Schätzregel, wenn sie agil arbeiten:

Was bedeutet das?

Stellen sie sich vor, jemand schätzt und kommt zu folgender Aussage:

"Am ersten Dienstag im Februar des nächsten Jahres in Frankfurt wird es zwischen 17:00 und 17:15 genau 2 mm Niederschlag am Bahnhof geben."

  1. Diese Aussage ist sehr genau. 
  2. Wie viel Aufwand steckt in dieser Aussage: Der Schätzende hat die Wetterdaten des Frankfurter Bahnhofs über die letzten zehn Jahre in seine Analyse einfließen lassen. Er hat Wahrscheinlichkeiten für die Niederschlagswahrscheinlichkeit und Niederschlagsmenge berechnet. Er hat zusätzlich ein globales Langzeit Wettermodell bemüht uns außerdem die Temperaturkurve für Frankfurt in Kombination mit der Niederschlagswahrscheinlichkeit statistisch kombiniert. Er hat sich also alle Hilfsmittel, die ihm zur Verfügung standen, genutzt und alles getan, damit diese Schätzung so exakt wie möglich wird. Dafür hat er natürlich viel Arbeitszeit aufwenden müssen. Es hat sich gelohnt. Oder?
  3. Würden sie dieser Schätzung vertrauen? Würden sie sich darauf verlassen, dass dieses Ereignis genauso eintritt?

Nehmen wir im Vergleich ein andere Aussage:

"Im Frühjahr des nächsten Jahres wird es am Frankfurter Bahnhof regnen."

  1. Diese Aussage ist sehr exakt.
  2. Der Aufwand, der hinter dieser Schätzung liegt, ist kaum messbar. Die Kausalität, die der Schätzende genutzt hat, war: Im Frühjahr innerhalb von drei Monaten irgendwann Regen => also auch am Frankfurter Bahnhof. Hat sich der Aufwand gelohnt?
  3. Würden Sie dieser Schätzung vertrauen? Würden Sie darauf vertrauen, dass dieses Ereignis eintritt?

Genauigkeit vor Exaktheit

 Die erste Schätzung ist sehr genau. Das Eintreten ist sehr unwahrscheinlich. Der Aufwand sehr groß. Der Nutzen der Schätzung ist sehr gering.

Die zweite Schätzung ist sehr exakt. Das Eintreten der Schätzung extrem wahrscheinlich. Der Aufwand minimal. Aber der Nutzen der Schätzung ist nicht vorhanden.

Irgendwo zwischen diesen beiden Extremwerten liegt eine Schätzung, die einen guten Kompromiss zwischen den beiden Schätzungen darstellt. Diese gilt es zu finden.

 

Es gibt eine Reihe an Schätzverfahren, die in einem agilen Umfeld bevorzugt werden. Allerdings können auch alle anderen Schätzverfahren, die sich im Projektmanagement etabliert haben, eingesetzt werden. Umgekehrt gilt aber auch, dass alle Schätzverfahren die typisch für ein agiles Vorgehen sind, im klassischen Projektmanagement verwendet werden.

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